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Zu Rittens Idylle gehört auch der Wolfsgrubner See

Die „Sommerfrische“ wurde bekanntlich auf dem Ritten erfunden und wird seit Jahrhunderten gepflegt. Baden in einem idyllischen See gehört natürlich auch zur sommerlichen Abkühlung.  Dafür ist der rund 3,5 Hektar große, von einem lichten Wald umgebene Wolfsgrubner See mit seinem kleinen Badestrand genau der richtige Ort. Für die Bauern von Unterinn hat der Wolfsgrubner See noch eine weitere wichtige Bedeutung, sie bewässern mit dem sauberen Süßwasser ihre Obsthaine und Felder. Herrlich verbinden lässt sich so ein Badetag mit einer kleinen Wanderung oder mit einem Besuch in Südtirols einzigem Bienenmuseum. Folgt man zum Beispiel am Wolfsgrubner See der Wegmarkierung Nr. 12 in den „Oartl“ Wald hinein, so erreicht man nach einer mühelosen Wanderung den Mitterstiller-Weiher und die Schwarze Lack, kleine Biotope mit interessanter Flora, deren Umrundung sich – ebenso wie die des Wolfsgrubner Sees selbst – lohnt. Wieder zurück am Wolfsgrubner See rundet ein Abstecher zum Bienenmuseum am historischen Plattnerhof (einfach der Beschilderung Bienenhof folgen.) den Ausflugstag ab.

Hotel am Ritten: BERGHOTEL ZUM ZIRM***, Familie Erika und Lorenz Lang – Klobenstein am Ritten.

„Sommerfrische“ in Südtirol

Der Ritten in Südtirol, der Hausberg der Bozner,  wird er auch genannt, steht  für die „Sommerfrische“ in Südtirol. Mit ihrem gesamten Hausrat machten sich die Bozner Patrizier alljährlich auf,  um der drückenden Hitze des Bozner Talkessels zu entfliehen.
Den Aufzeichnungen zufolge, soll es der Bürgermeister von Eberschlager gewesen sein, der im 17. Jahrhundert, als erster ein Sommerfrischhaus auf dem Ritten errichtet hat. All jene, die es sich’s  leisten konnten, machten es dem ersten Bürger nach.  So entstanden die Sommerfrischsiedlungen von Maria Himmelfahrt, Oberbozen und Klobenstein.

Die Gesetze für die Rittner Sommerfrische
Auch der Zeitpunkt für den Aufbruch in das wohltuende Klima des Rittens gehörte fest zum Ritual: Es waren genau 72 Tage, nämlich zwischen dem Peter und Paul Tag, der 29. Juni und Maria Geburt, der 8. September. Dieser Zeitraum für die Sommerfrische musste unbedingt eingehalten werden, wollte man nicht die Götter der Berge beleidigen.
Wichtig waren auch die Orte. Diese standen in arger Rivalität zueinander.  Gut gepflegte Nachbarschaft oder gar Freundschaft zuhause, galten für die Zeit der Sommerfrische nicht mehr. Besuche untereinander wurden strengstens untersagt.  Als eingeschworene Gesellschaft pflegten die Sommerfrischler eine Reihe von Ritualen. So stand das Scheibenschiessen am Schießstand in Maria Himmelfahrt fest im Programm. Dort wurde eine Schützengesellschaft gegründet, welche zu besonderen Anlässen eine Schützenscheibe spendieren musste. Natürlich ließ man sich die Schönheiten der Rittner Berge nicht entgehen und wanderte auf das Rittner Horn.